Sie sind ohne Zweifel die Urväter des Punkrock: Seit ihrer Gründung 1980 in Los Angeles haben Bad Religion die Geschicke dieses Musikstils entscheidend mitgeprägt. 2010 feierten sie mit einer umfangreichen Welttournee ihr 30-jähriges Bestehen und bewiesen auch mit ihrem aktuellen, 15. Studioalbum The Dissent Of Man, wie wichtig und einzigartig sie nach drei Jahrzehnten noch immer sind. Die Platte stieg weltweit in die Hitlisten, so auch in die Top 40 der deutschen und US-amerikanischen Charts.
Mit ihrem Sound haben sie eines der bedeutsamsten Genres der Rockmusik aus der Taufe gehoben. Ohne Bad Religion wäre der globale Siegeszug von Punkrock weniger intensiv ausgefallen. Mit ihren Texten sensibilisierten sie mehrere Generationen von Musikhörern für politische und gesellschaftliche Themen. Bad Religion gehören zu den verantwortungsvollsten Rockern, die die Szene in den letzten Jahrzehnten hervorbrachte. Kein politisch brisantes Thema, das sie nicht auf ihre Agenda heben. Doch ihre Verdienste reichen weiter. Mit ihrer bereits 1981 gegründeten eigenen Plattenfirma „Epitaph Records“ waren sie Vorreiter des „Do It Yourself“-Gedankens, der seitdem unzählige Musiker beflügelt. Sie sicherten sich damit künstlerische und geschäftliche Autonomie. Mittlerweile gehört „Epitaph“ zu den bedeutendsten Independent- Labels der Welt, eine Vielzahl an neuen Künstlern wurde hier entdeckt und weiterentwickelt, darunter The Offspring, NoFX oder Millencolin.
Dabei sind sich Bad Religion immer treu geblieben. Ihre Werte, die ihre Lyrik definieren, haben sich über die Jahrzehnte nicht verändert. Es geht um Nächstenliebe, Achtung vor dem Leben und Bewusstmachung der eigenen Existenz. Diese hohen Ansprüche verbanden Bad Religion über ihre 15 Alben konstant mit großen, unter die Haut gehenden Songs voller Melodik. So schufen Greg Graffin (Gesang), Brett Gurewitz, Greg Hetson und Brian Baker (Gitarren), Jay Bentley (Bass) sowie Brooks Wackerman (Drums) einen Sound, bei dem man über die griffigen Melodien einen direkten Zugang zu den wichtigen Inhalten findet.
Der Erfolg gibt ihnen Recht: Vor allem die amerikanischen und deutschen Fans haben Bad Religion immer die Treue gehalten. Hierzulande erreichten ihre letzten elf Alben die Top 40 der Charts. Die perfekte Symbiose zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit findet immer wieder neue Fans. So ist es heutzutage nicht selten, wenn ein älter gewordener Punkrocker ein Bad Religion-Konzert mit seinen Teenager- Kindern besucht. Eine größere Ehre als diese gelungene Generationsbrücke kann es für eine Band kaum geben.