In den internationalen Charts ist er längst eine feste Größe, auf den Laufstegen der Welt ein bekanntes Gesicht – doch mit seinem neuen Album „Rock Symphonies“, das am 24. September auf Decca erscheint, begibt sich der Violinen-Virtuose David Garrett abermals auf musikalisches Neuland und vereint seine beiden großen Leidenschaften auf einem Longplayer: Klassik meets Rock, so das Motto der LP.
Der Superstar, der dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiern darf, hat sich binnen kürzester Zeit eine riesige und eingeschworene Fangemeinde erspielt – wobei seine Fans sehr viel jünger sind, als man das gemeinhin von Künstlern aus dem Klassik-Sektor erwarten würde. Garrett hat klassische Musik in den letzten Jahren wieder salonfähig und cool gemacht und mit seinem lässigen Ansatz frischen Wind in die Szene gebracht. Seine Alben haben nicht nur in ganz Europa und im Fernen Osten die Charts dominiert (und ihm dort diverse Gold- und Platinauszeichnungen beschert), denn auch in den Staaten hat der „David Beckham der Violine“ zuletzt riesige Erfolge verbuchen können: Er war der erfolgreichste Klassik-Künstler des Jahres 2009 in den Billboard-Charts; zugleich schaffte er es auf Platz #9 der erfolgreichsten Newcomer überhaupt. Sein gleichnamiges Debütalbum für Decca Records ging letztes Jahr geradewegs auf Platz #1 der Classical Crossover Charts und hielt sich dort für sage und schreibe 31 Wochen. Dazu spielte er auch in den Staaten durchweg vor ausverkauften Häusern und war Dauergast in sämtlichen großen US-Fernsehshows – so unter anderem bei „Oprah“, „Fox & Friends“, „E! News“, der „Today“-Show, „CBS Saturday Morning“, „Good Morning America“ sowie in der Sendung „All Things Considered“ vom Sender NPR...
Auf „Rock Symphonies“ vereint der in Aachen geborene Virtuose nun seine beiden großen Leidenschaften: klassische Musik und den Rocksound, mit dem er aufgewachsen ist. „Ich wollte klassische Musik schon immer einem jüngeren Publikum näher bringen“, berichtet David, der schon als 10-Jähriger mit den berühmtesten Orchestern der Welt aufgetreten ist, um seine unvergleichlichen Soli zu präsentieren. „Und ehrlich gesagt ist mir das auch ganz gut gelungen: Wahnsinnig viele junge Menschen kommen inzwischen zu meinen Konzerten und hören sich meine Interpretationen von Beethoven, Bach oder Brahms an; so gesehen ist dieser Traum also bereits in Erfüllung gegangen.“ Doch darf man dabei nicht vergessen, dass er jahrelang alles dafür gegeben hat, um sich diesen Traum zu erfüllen: nach ganz frühen Auftritten mit dem London Philharmonic Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra spielte er zum Beispiel auch mit dem Russischen Nationalorchester, um bereits als 12-Jähriger an der Seite des legendären Geigenvirtuosen Yehudi Menuhin aufzutreten.
Als 13-Jähriger unterzeichnete er als jüngster Künstler einen Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft, einem der wichtigsten Klassik-Labels der Welt. „Wahrscheinlich habe ich seit meiner Kindheit mehr Stunden mit meiner Geige als im Bett verbracht“, sagt David weiterhin, der mit vier Jahren sein erstes Instrument bekam. Doch auch wenn er Brücken zwischen Generationen schlägt und immer wieder Genregrenzen überwindet, verfolgt David Garrett auch heute noch eine klassische Geigerkarriere und tritt permanent in aller Welt mit renommierten Symphonieorchestern auf.
Rockmusik war jedoch schon immer seine „andere große Leidenschaft“, und so verwundert es auch nicht, dass David zwischendurch immer wieder mit seiner eigenen Band in Clubs und Stadien auftritt. Das neue „Rock Symphonies“-Album, das er gemeinsam mit dem Orchester der Stadt Prag aufgenommen hat, ist eine Art Liebesbrief an seine Lieblingsbands aus dem Rocksektor: Nirvana („Smells Like Teen Spirit“) zum Beispiel, Guns N’ Roses („November Rain“ sowie ihre Coverversion von Paul McCartneys „Live and Let Die“), Aerosmith („Walk This Way“), U2 („Vertigo“), Metallica („Master of Puppets“) oder auch Led Zeppelin, deren Song „Kashmir“ er sich auf der neuen LP vorknöpft. „Ich stehe halt auf den Rocksound der Achtziger“, sagt er, „auf druckvolle Balladen und große Rockhymnen aus dieser Ära. Und ich bin fest davon überzeugt, dass man diese Songs mit einem Orchester im Rücken noch größer und eindrucksvoller machen kann.“ Doch damit nicht genug, denn es gibt noch einen weiteren Albumgast: Auf seiner Interpretation von „Walk This Way“ hatte auch die Australierin Orianthi ihre flinken Finger im Spiel, jene Gitarrenvirtuosin also, die sich die Bühne bereits mit Michael Jackson (unter anderem zu sehen im Film „This Is It“), Carlos Santana und Carrie Underwood geteilt hat und die gerade erst mit ihren eigenen Songs im Vorprogramm von Adam Lambert zu sehen war.
Für Garrett, der Jimi Hendrix und Jimmy Page gleichermaßen zu seinen großen Helden zählt wie seine früheren Lehrer Itzhak Perlman und Ida Haendel, hat jedes Genre seine Berechtigung – Kategorien wie „besser/schlechter“ kommen für ihn gar nicht erst in Frage: „Generell ist mein Bauchgefühl entscheidend, was die Auswahl der Stücke betrifft, und in diesem Fall war das ehrlich gesagt ausgesprochen einfach: Wir hatten eine thematische Vorgabe – Rock –, und darauf basierend haben wir Stücke auswählt, die rhythmisch viel zu bieten haben; egal, ob sie nun von Metallica oder Beethoven geschrieben wurden. Dazu kam, dass ich das Konzept von ‘Rock Symphonies’ schon seit geraumer Zeit im Hinterkopf hatte, weil mir die Parallelen zwischen Klassik und Rock schon immer aufgefallen sind. In beiden Fällen ist die Rhythmik ausgesprochen wichtig, und bei beiden spielt Präzision eine zentrale Rolle.
Auf „Rock Symphonies“ finden sich einerseits Stücke – „Kashmir“ und „Walk This Way“ beispielsweise –, die wie für ein derartiges Album gemacht zu sein scheinen (was David auch selbst noch einmal betont: Schließlich haben Aerosmith den Weg für derartige Genreüberschreitungen bereits mit ihrer inzwischen klassischen Kollaboration mit Run-DMC geebnet). Andererseits gibt es jedoch auch Stücke, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hätte: seine intelligente „Mashup“-Version des U2-Songs „Vertigo“ mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ zum Beispiel, oder auch seine Interpretation von Beethovens Fünfter Sinfonie – die bekanntermaßen auch in der Disco-Ära der späten 1970er eine Rolle spielte, hier jedoch als eine Art „Headbanger Special“ im druckvollen Rockgewand daherkommt. „Beethoven war gewissermaßen ein Rockstar seiner Zeit“, so David. „Denn wenn man den Begriff Rockstar mal etwas genauer definiert, hat man es mit einem Musiker zu tun, der absolut leidenschaftlich bei der Sache ist, der ein Genie ist und der auch keine Angst vor Experimenten hat. Beethoven war genau das, denn er war alles andere als ein Mitläufer.“
Fragt man ihn, ob der neue Longplayer denn nun eigentlich ein „Cover-Album“ ist, verzieht David die Miene: „Allein der Gedanke ist grausam“, so sein knapper Kommentar. „Zwei Dinge muss ich dazu sagen: Zunächst einmal bin ich jedes Stück bewusst vollkommen anders angegangen, als das beim Original der Fall war; und manchmal habe ich sogar das gesamte Wesen eines Songs verändert und auf den Kopf gestellt. Und zweitens hat man automatisch sehr große Freiräume, wenn man die Stücke ohne Gesang aufnimmt.“
Der gebürtige Aachener, Sohn eines deutschen Juristen und einer amerikanischen Primaballerina, wurde von seiner Familie schon früh gefördert, und so wurde der Grundstein für seinen musikalischen Durchbruch bereits in jungen Jahren gelegt. Schon als Teenager stand er entweder mit einem großen Orchester auf der Bühne oder befand sich im Studio – doch irgendwann empfand er diese Welt als erdrückend und suchte nach einem Ausweg. Ohne seine Eltern davon zu unterrichten, ging er daher schließlich nach New York City und widmete sich ganz anderen Dingen: Rockmusik, dem New Yorker Nachtleben, Clubs – eine Phase ohne seine Geige also und eine Art von Rebellion, die dringend nötig war.
So aufregend das neue Leben in diesem ausgelassenen Milieu jedoch war, dauerte es nicht lange, bis er einsehen musste, dass es da ein Instrument gab, ohne das er einfach nicht leben konnte. Also fasste er den Entschluss, bei der renommierten Juilliard School vorzuspielen, wo er nicht nur mit Handkuss genommen wurde, sondern zudem die Gelegenheit bekam, mit Itzhak Perlman, einer der größten Klassik-Ikonen aller Zeiten, ins Studio zu gehen.
Während seines Studiums an der Juilliard School hatte David jedoch auch den einen oder anderen Nebenjob – und versuchte sich unter anderem auch als Model. Sein markantes Gesicht zierte daher schon wenig später die Titelseiten der „Vogue“; und während der Fashion Week lief er mal eben für Armani über den Laufsteg. Doch ähnlich wie in der Musik, ist auch sein persönlicher Kleidungsstil ein buntes Mix aus unterschiedlichsten Einflüssen: „Generell würde ich sagen, dass mein Style ziemlich rockig ist“, meint David, „obwohl ich es hin und wieder durchaus schätze, einen Anzug zu tragen. Ich mag die Mischung einfach.“ Ein Satz, der Bände spricht – und sein grandioses neues Album „Rock Symphonies“ in wenigen Worten auf den Punkt bringt.


Konzerte
| Ort | Datum | Tickets |
| Hamburg o2 World Hamburg |
12.04.2012 | |
| Dortmund Westfalenhalle |
13.04.2012 | |
| München Olympiahalle München |
14.04.2012 | |
| Nürnberg Arena Nürnberg |
16.04.2012 | |
| Leipzig Arena Leipzig |
17.04.2012 | |
| Hannover TUI Arena |
18.04.2012 | |
| Halle Gerry Weber Stadion |
20.04.2012 | |
| Düsseldorf ISS Dome |
21.04.2012 |